Vier Becksteins gegen Killerspiele

Dienstag 5 Dezember 2006

Wenn ich sowas lesen muss, mache ich mir keine Sorgen mehr um meine blöden Ballerspiele.

Dann mache ich mir Sorgen um Verhältnismässigkeiten in unserem Rechtsstaat (?), um unsere Medien und ganz Allgemein um den gesunden Menschenverstand, der im Großen und Ganzen wohl aus Versehen in die Kloake gefallen ist und niemand macht sich die Mühe, das gute Stück aus der siffigen Brühe wieder rauszuholen. Nicht zu denken ist ja auch viel einfacher und entbindet bestenfalls sogar von lästigen Dingen wie Verantwortung.

Diskussionen über moralisch fragwürdige Computerspiele? Na klar! Immer. Ständig. Aber eine Verschärfung des §131 StGB um Freiheitsstrafen? Beckstein darf sowas gerne äussern. Kein Thema – wir sind ein freies Land. Aber wieso zum Teufel wird er dafür nicht ausgelacht?

In meinem Leben hatte ich schon öfter dieses unbehagliche Gefühl, daß allmählich der Punkt erreicht wird, an dem ich Wonko dem Verständigen nacheifern sollte.

Dieses Gefühl war schon lange nicht mehr so stark wie heute.

PS.: Werden Crytek jetzt eigentlich des Landes verwiesen?


Gespeichert in: Mordsimulationen

6 Kommentare for 'Vier Becksteins gegen Killerspiele'

  1.  
    5. Dezember 2006 | 21:49
     

    Ich freue mich dann schon mal darauf, wenn ich im Jännar alle Links zu Seiten ins Ausland entferne (da könnte möglicherweise über sowas geschrieben werden) und drei Viertel der Posts in meinem Blog lösche (da erwähne ich das Teufelszeug ja quasi)… ich geh jetzt Resident Evil 4 zocken, das muss ich ja dann wohl bis Jännar durchgespielt haben.

    Albern, aber mit Methode: Wenn du 300% von dem forderst, was du eigentlich willst, stehen die Chancen gut dass der Kompromiss am Ende immer noch über den 100% liegen wird, die du ursprünglich angepeilt hast. So sehe ich die Scharfmacherei aus Bayern und Niedersachsen gerade.

    Crytek? Warte mal ab, bis Frontal21 mitbekommt, dass die Födergelder von der Regierung erhalten haben. Kannst du dir denken, was da für ein Bericht rumkommt? Danach gehen die Jungs freiwillig, die Rest-EU nimmt eine aufstrebende Spieleschmiede sicher gerne auf.

  2.  
    5. Dezember 2006 | 23:09
     

    Sind die Gründer von Crytek nicht auch noch türkischer Abstammung? Das müsste für den Beckstein ja dann wie Weihnachten und Geburtstag gleichzeitig sein, wenn er die nach – sagenwirmal Ungarn – ausweisene dürfte.

  3.  
    padington
    6. Dezember 2006 | 08:13
     

    Ich wünsche mir gerade Computerspiele hätten so einen schlechten Einfluss auf mich, wie Herr Beckstein befürchtet. Dann würde ich jetzt nach Bayern ziehen und…
    Spaß beiseite, wenn ich sowas lese bekomme ich den Drang in die Politik zu gehen. Es kann doch nicht sein das die Vollidioten da unter sich sind. So ohne Aufsicht. Was da Alles passieren kann!

  4.  
    6. Dezember 2006 | 09:02
     

    Ach, hätte ich wohl noch erwähnen sollen, um den Irrsinn deutlicher zu machen: ganz witzig ist ja, das im aktuellen 131er schon von Freiheitsstrafen die Rede ist.

    => http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__131.html

    Was wollen die also?

  5.  
    Dr.Prada
    6. Dezember 2006 | 15:32
     

    Das Prinzip “Freiheit bedeutet auch Risiko” weicht immer mehr einem Denken “Risiko minimieren” -> Freiheit beschränken. Kameraüberwachung, Kontenüberwachung, jetzt Kontrolle der Freizeitgewohnheiten… es wird immer besser. Schon die Einstellung “Mir doch egal, also kanns verboten werden” lässt schon tief in das Rechtsstaatverständnis einiger Mitbürger blicken. Ist schon mal jemandem aufgefallen, wie oft neuerdings in den Schlagzeilen steht “Haubentaucher prüft eine Abänderung des Grundgesetzes”, “Gesetz zum Haubentauchen erfordert Änderung des Grundgesetzes”. Haben unsere Gründungsväter damals einfach nur Mist gebaut oder schmiltzt das Eis der Freiheit immer weiter weg?

  6.  
    12. Februar 2007 | 10:19
     

    Crytek – Portrait deutscher Spieledesigner…

    Deutschland hat in vielen Bereichen des technologischen Fortschrittes bereits den Zug verpasst. Auch im Bereich der Entertainment Software hinkt Deutschland dem Rest der Welt hinterher. In Japan und den USA konzentrieren sich die Innovationen im Bereic…

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