Wahrscheinlich haben schon alle von dem Spiel gehört, falls nicht liefert die Homepage sehr gute Eindrücke. Das Entwicklerstudio Cing bietet einen sehr schönen Überblick über das, was einen erwartet. Kurz gesagt handelt es sich um ein Grafikadventure im Film Noire Stil.
Was einem als erstes auffällt ist, dass zum Spielen dieses Titels der DS wie ein Buch gehalten werden muss. Erst ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber die absolut richtige Wahl. Wenn man nämlich das Gerät mit links hält, liegt der Daumen automatisch auf dem Steuerkreuz und durch drücken desselben kann man die Dialoge sehr komfortabel weiterklicken. Was sich im Verlauf des Spiels als äusserst nützlich erweisen wird, denn als der liebe Gott die Adventure-Dialoge verteilt hat, hat sich Cing mindestens zweimal angestellt. Was nicht unbedingt schlecht sein muss, aber dazu später mehr.
In Sachen Gameplay verweise ich nochmal auf die oben erwähnte Seite, die Bilder dort erklären mehr als 1000 Worte. Die Steuerung geht leicht von der Hand und ist komplett selbsterklärend. Langes Anleitungsschmökern steht dem Spielgenuss also nicht im Wege. Sehr schön ist, dass alle Eingabeoptionen, die das NDS unterstützt auch wirklich genutzt werden. Und dies nicht aufgesetzt wirkt, sondern wunderbar in die Story integriert ist.
Apropos Story. Hier eine ganz kurze Einführung, keine Angst völlig spoilerfrei: Kyle Hyde, ein in Ungnade gefallener Ex-Polizist hat ein neues Leben als Klinkenputzer begonnen. Auf seinen Reisen gelangt er zum ziemlich heruntergekommenen Hotel Dusk, wo er für eine Nacht untergebracht ist. Ratet mal in welchem Raum… Schlaf wird er allerdings nicht viel finden, denn es warten dunkle Geheimnisse, die es zu lösen gilt.
Um dies zu bewerkstelligen müssen ganz Adventure-typisch Räume untersucht, Gegenstände gefunden und Gespräche geführt werden. Detektivarbeit halt. Die Suche ist natürlich für den DS und seinen Touch-Screen wie gemacht. Und keine Angst, alle Dinge sind gut zu sehen und nicht ein nur pixelgrosses Detail in irgendeiner dunklen Bildschirmecke.
Grob lässt sich sagen, dass man anfangs mehr erkundet als redet, mit fortschreiten des Spiels verschiebt sich dieses Verhältnis eindeutig in Richtung Dialog. Bei diesen heisst es aufpassen, die meisten “Game-Overs” hatte ich nach Dialogen. Durch falsche Unterstellungen oder zu offensives Vorgehen war für mich das ein oder andere Mal Ende. Gut gelöst: wenn man es verbockt, fängt man exakt vor der entsprechenden Stelle wieder an. Speicherorgien nach jedem kleinen Fortschritt werden somit unnötig.
Trotz der angesprochenen “Game-Over-Screens” ist die Schwierigkeit des Spiels doch eher als moderat zu bezeichnen. Die geforderte Vorgehensweise ist meistens relativ offensichtlich. Sollte man mal das Gefühl haben, sich gewisse Details aufschreiben zu müssen, dann nutzt man einfach das eingebaute Notizbuch, in dem man sich handschriftlich wichtige Zahlen oder Termine etc. vermerken kann. Ein sehr gelungenes Feature. Die Qualität der Rätsel liegt zwischen “so lala” und “geht so”. Eins hat es in sich, es muss unter Zeitdruck gelöst werden, aber der Fakt, dass ich gamefaqs nie um Rat fragen musste, sagt denk ich mal schon einiges aus.
Kleinere Gameplay-Schwächen hat das Spiel auch, so ist es manchmal nicht wirklich ersichtlich, warum ein Gespräch das beim ersten Versuch zu einem Game-Over geführt hat, beim zweiten Anlauf die gewünschten Ergebnisse liefert. Obwohl man bewusst nichts anders gemacht hat. Es scheint also stellenweise auf Kleinigkeiten anzukommen, auf die man so gar nicht achtet. Ein weiterer Kritikpunkt ist das bereits erwähnte Rätsel unter Zeitdruck. Der Countdown wird durch ein bestimmtes Ereignis getriggert. Dieser erscheint mir absolut willkürlich. Wie die Wahl zwischen roter und blauer Pille. Nur ohne vorherige Erklärung was welche bewirkt. Ansich ja zu verzeihen. Nur löst man den Trigger zu früh aus, ist meiner Meinung nach ein zweiter Anlauf quasi vorprogrammiert.
Unterm Strich bleibt ein Spiel mit in der Regel gut ausgearbeiteten Charakteren (inkl. der sprichwörtlichen Ausnahme), das sich flüssig spielt. Nach ca. 12-15 Stunden rollen die Credits. Die Geschichte ist sehr umfangreich und bleibt bis zum Ende nicht vorhersagbar. Leider wirkt sie durch ihre Komplexität ein wenig verworren und ich habe das Gefühl, nicht alle Antworten auf die offenen Fragen erhalten zu haben. Das kann aber durchaus an mir liegen, vielleicht hab ich es einfach nur nicht gepickt.
Im Gegensatz zur Handlung ist das Spiel selber recht linear aufgebaut, dies liegt aber in der Natur der Sache begründet. Schliesslich kann man nur Fragen zu Gegenständen stellen, wenn man diese gesehen hat und nur etwas suchen, wenn man weiss, nach was man Ausschau halten muss, etc. So arbeitet man nach und nach die gestellten Aufgaben ab. Es handelt sich schlicht um “The interactive mystery novel for Nintendo DS“.
Dies ist zwar sicherlich nicht jedermanns Sache, ich jedoch habe Hotel Dusk nur ausgemacht, um zu schlafen. Andere fandens auch nicht so schlecht.

Leider sind uns die Tage Kommentare abhanden gekommen. Sorry, wir wollen hier nicht zensieren oder ähnliches. In einer Kommentar-Spam-Löschaktion sind die Gäule mit uns durchgergangen und so mussten leider auch ernstgemeinte Kommentare dran glauben.
Wird hoffentlich nie wieder vorkommen. Nicht wahr, Grobi?!
*hust*
Äh. Ich stell mich heute abend noch ein wenig in die Ecke und schäme mich…
Ich habs auch und finde es super, ich find die Dialoge zwar stellenweise etwas langatmig aber die Story hält einen super an der Stange.