Been there, done that

Montag 28 Juli 2008

Mann Mann Mann, Rockstar. Dieses Sandkasten-Zeug habt ihr echt raus. Liberty City ist – wie schon erwähnt – so großartig detailliert und liebevoll gestaltet, dass mir Freudentränen kommen. Gutes, gepflegtes Storytelling könnt ihr. Der Hauptcharakter ist – von den leicht verstörenden rassistischen Klischees abgesehen, derartiges Fett bekommt aber wiederum jede Ethnie im GTA-Universum weg – feinstes Design und eine wunderbare Gratwanderung zwischen Spielfiguren, die nur eine leere Projektionsfläche für die Egos der Spieler sein sollen (Hallo, Gordon Freeman) und all den anderen Millionen Spielen, bei denen man eigentlich nur das Gefühl hat, einen Schauspieler auf der Leinwand durch die Gegend zu schubsen.

Und zu guter Letzt das, worauf es bei “Grand Theft Auto” ankommt, weil es im Prinzip ja nichts anderes als digitalisiertes spielen mit Matchbox-Autos für “große Jungs” ist: das Fahrgefühl ist weit entfernt von Realismus, lässt aber trotzdem oder gerade deswegen Flutwellen voller Spaß über den Spieler hereinbrechen. XBOX 360: 250 Euro. GTA IV: 60 Euro. Mit einem frisch geklauten Sportflitzer auf der Flucht vor der Polizei im Höllentempo durch Liberty City braten, ein paar krachend laute Blechschäden verursachen und zu guter Letzt nach Dauerbeschuss spektakulär in Flammen aufgehen, Hauptsache nicht verhaftet werden: unbezahlbar!

Aber euer Missionsdesign ist nach wie vor die allerletzte Flitzekacke. Da hat sich seit “GTA III” NICHTS, NULL, NADA getan. Die Strukturen sind unverändert, die Missionsinhalte sind unverändert. Sogar die bekackten Tutorialtextfenster, die aussehen, als hätte der Azubi sie schnell vor der Mittagspause zusammengezimmert, sehen absolut identisch aus. Es sind nur mehr Pixel, weil HD. Die erwähnte Mittagspause muss 2001 gewesen sein, damals ist das erste 3D-GTA für die Playstation 2 erschienen. Anno Domini Zwei-tausend-eins! In der Zwischenzeit hat sich die Welt ein unglaubliches Stück weitergedreht, aber ihr serviert mir immer noch die schale, abgestandene Plörre von vor 7 Jahren. Wollt ihr mich eigentlich verarschen? Nichts sagen, ich kenne die Antwort. Grmpf.

Jetzt habt ihr alle eure Ressourcen in die neue Engine gesteckt, beim nächsten Mal möchte ich dann bitte eine Evolution hinsichtlich der Spielmechaniken. Und zwar mehr als diese Alibi-Verbesserungen wie Coversystem oder Missionneustart per Mobiltelefon… äh und das Freunde-System versenkt doch bitte im East River. Oder wo auch immer diese RPG-Features aus “San Andreas” (zu recht!) entsorgt worden sind.

Wie auch immer, ich werde mir beim ersten Trailer von GTA 5 sowieso wieder vor Wonne die Boxershorts benässen. Ich geh’ dann mal Teil 4 weiterspielen…


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2 Kommentare for 'Been there, done that'

  1.  
    2. August 2008 | 11:29
     

    Oh ja, diese “RPG-Features” aus San Andreas haben echt genervt. Wobei ich die Einbrecher-Nr. ziemlich witzig fand. Wenn Carl so einen schönen großen Fernseher Richtung LKW trägt. Hehe.

    (Ähm, war doch in San Andreas, oder ? ;P )

  2.  
    6. August 2008 | 00:27
     

    Das Coversystem soll eine Alibi-Verbesserung sein? Mitnichten! Meiner Meinung nach ist das System richtig gut geworden und funktioniert besser als in so manch anderem Spiel, in dem es ein zentrales Element darstellen soll, wie z.B. Kane & Lynch oder Die Bourne Verschwörung.
    Das Missionsdesign ist aber ohne Fragen verbesserungswürdig.

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