Psychos don’t explode when sunlight hits them

Samstag 25 Oktober 2008

Neulich habe ich mal wieder meinen Schrank durchwühlt, auf der Suche nach einem doppelt gemufften Babelfisch, den ich an meinen Fluxkompensator flanschen kann, um den Tachyonendurchsatz im Spülmaschinensalz feinstufiger regeln zu können. Den Tipp habe ich von www.geordiesengineroom.edu. Kann ich nur empfehlen, die Seite. Obwohl mir die Forumsuser “siefliegtmirgleichauseinanderkäptn1969″ und “HeiseErster!!” mit ihrem Kleinkrieg, ob sich das Buschfeuer in “Far Cry 2″ tatsächlich physikalisch korrekt ausbreitet oder doch nicht, ein wenig auf die Nerven gehen. Möge euch dafür der Bernoulli-Effekt beim Erbsenschälen heimsuchen!

Jedenfalls stiess ich unter einer Jahreshauptversammlung Staubmäuse auf ein merkwürdig vertrautes Etwas. Es war rechteckig, schwarz, gab drückenderweise leicht nach, daran hing eine Art beim waschen eingelaufener Gitarrengurt. Ich rettete das merkwürdige Objekt aus seinem modrigen Verlies, brachte es zu meinem Tropenholzflippertisch, um es dort im zärtlichen Schein meiner “Die Sendung mit der Maus”-Nachtlichtlampe (ich habe seit meinem ersten Besuch der Games Convention Angst im Dunkeln) eingehender zu untersuchen.

Bei meiner Treu, das war ja ein Tragebehältnis! Schwarz wie die Nacht und schmutzabweisend lag sie vor mir, meine Tasche für den Nintendo DS. Hinter einem energisch schließenden Reißverschluss verbargen sich vielen kleine Fächer für Spielmodule und eine große Mulde bot dem Handheld eine Heimstatt. Die kleinen Taschen für die winzigen kontaktbesetzen Plastikdatenträger waren gut belegt, doch wo war nur ihr Mutterschiff abgeblieben? Hellblau und fett, mit blassem Bildschirm, ein Gerät der ersten Generation. Solch ein raumgreifend’ Elektromaschinchen verschwindet doch nicht so einfach vom Erdboden? Die Strippe, die sie mit der kribbelnden Energie aus der Wand verbinden sollte, war auch nicht mehr an ihrem angestammten Platz. Wo konnten sich die Bengel nur aufhalten?

Unerwartetes zartes Aufstoßen half mir olfaktorisch auf die Sprünge. Ein Hauch von Curry und Hühnchen lag in der Luft. Welche Speisereste haben das verursacht? Was hatte ich nur kurz zuvor verspeist? Gedünstete Kohlrabi mit Fischstäbchen in Remouladensoße waren es nicht. Da traf mich die Erkenntnis so zögerlich, wie Herbstlaub vom Ast zu Boden segelt: was da in meinen Eingeweiden zu Energie verarbeitet wurde, waren die zerkauten Überreste von Chicken Tikka Masala. Und somit begriff ich auch umgehend, an welchem Ort ich suchen musste: zwischen Toastbrot und Sparschäler lag die tragbare Konsole auf der Küchenarbeitsplatte, wo sie vor weniger als zwei Stunden noch Hinweise zur Zubereitung des eben erwähnten Mahls
geben durfte. “Kochkurs – was wollen wir heute kochen?” heisst die dazu fähige Software, die alles ist – nur kein Spiel, verdammich nochmal. Jetzt lag das Dingen in diesem sonst für Entertainment-Elektronik eher unpassenden Raum und ich fragte mich, wozu – ausser zum Kochen – sie denn auch sonst noch da sein sollte?

Ich legte die Konsole seufzend wieder zurück an ihren Parkplatz in der Küche und änderte ohne Umschweife das Tempus: Spiele sind es, die mir fehlen! Wo ist das Futter für meinen Nintendo DS? Seit “Zelda – The Phantom Hourglas” ist doch gar nichts mehr Lohnendes erschienen, oder wie, oder was? Nur Kinderkram und Lernsoftware. Nur noch langweiliger Mist, gut für die Bilanzbücher, aber schlecht für meinen Freizeitspass. Oder habe ich was verpasst? Ist es meine Schuld – habe ich nicht richtig hingesehen? Liebe Leser, gebt mir Spieletipps für den DS – von mir aus auch Hinweise auf Titel, die erst noch erscheinen.

Oder wollt ihr, dass ein Nintendo-Handheld irgendwann mal elendig an einem butterinduzierten Kurzschluss verreckt?


Gespeichert in: Gegen, NDS, Nintendo

14 Kommentare for 'Psychos don’t explode when sunlight hits them'

  1.  
    Ben
    25. Oktober 2008 | 16:19
     

    The World Ends With You?

  2.  
    25. Oktober 2008 | 16:37
     

    den korg synthie.
    Ach nee, doch nicht, ist ja nix für die Gitarrenfreunde :-)

  3.  
    26. Oktober 2008 | 00:40
     

    Ich spiele grad den Physik-Knobler Crazy Machines und hab recht viel Spaß damit. Und wo wir bei Knobelspielen sind: Prof. Layton soll auch ziemlich gut sein.
    Und demnächst kommt ja GTA Chinatown Wars.

  4.  
    26. Oktober 2008 | 03:41
     

    Space Invaders Extreme, Leute! Space Invaders Extreme!
    Oh, und Geometry Wars Galaxies kann ich ebenso wärmstens für den DS empfehlen.

  5.  
    26. Oktober 2008 | 15:59
     

    Ich bedaure den Kauf meines DS mittlerweilie zutiefst. Soviel herausgeworfenes Geld, wen man die vielen schlechten Module dazuzählt, die in meinem Regal liegen (ok, so viele sind es gar nicht, weil mich sowieso so gut wie nichts von den vielen Erscheinungen für das DS interessiert hat).
    Habe das Teil nun seit Wochen meiner Schwester vermacht und noch nicht ein einziges Mal vermisst.

  6.  
    26. Oktober 2008 | 22:46
     

    Also, das Korg-Teil ist gekauft. Da können sich meine Nachbarn schonmal warm anziehen. TWEWY ist wirklich gut, kann ich auch nur sehr empfehlen. Von Geometry Wars krieg ich immer Fingerkrämpfe. Nichts für mich. Layton fand ich übrigens auch nicht so dolle. Aber space Invaders und Crazy Machines muss ich wohl mal genauer unter die Lupe nehmen…

    Christian, ich spiele zwar in letzter Zeit auch mehr auf meiner PSP, aber missen möchte ich den DS nicht. Ab und an kommen doch noch echte Perlen raus.

  7.  
    27. Oktober 2008 | 21:57
     

    Aaah, danke für die Tipps. Aber der Reihe nach.

    The World Ends with you: Hm, nö. Hat mich damals wirklich gereizt, würde mich aber spielerisch schlicht überfordern. Ja, ich bin mir bewusst, hier genau die archetypische, klassische Underdog-Perle sehenden Auges zu verpassen.

    Geometry Wars: da leide ich wie Holger ebenfalls am Krampffingersyndrom. Das Spielprinzip ist ja wie gemacht für den kurzen Zock auf Handhelds, aber körperliche Schmerzen will ich mich dafür nicht antun.

    Der Professor hat mich bei einer Holger-Präsentation schon gelangweilt.

    Korg: Ja gut, ein Synthesizer. Aber ich fragte doch nach Spielen ;-)

    Space Invaders und Crazy Machines muss ich mir auch mal anschaun. Vielleicht ja bei Holger? GTA habe ich natürlich auch auf dem Radar.

    Sonst noch was?

  8.  
    28. Oktober 2008 | 09:48
     

    Nee, habe das angucken online erledigt und bin zu dem Entschluss gekommen, dass du dir Crazy Machines woanders anschauen musst. Space Invaders sieht wirklich sehr interessant aus, werd ich mir wohl zulegen. Müssen.

  9.  
    28. Oktober 2008 | 15:23
     

    Wie wäre es denn sonst noch mit dem neuen Bioware Rollenspiel im Sonic Universum? Hat ja in den Berichten ganz gut abgeschnitten… selber gespielt habe ich es aber leider noch nicht…

  10.  
    29. Oktober 2008 | 21:52
     

    Bioware klingt natürlich hübsch, allerdings sind mir blaue Igel suspekt. Ich war immer auf der Seite des Klempners.

  11.  
    31. Oktober 2008 | 16:52
     

    Final Fantasy Tactics Advanced 2 (Bisher knapp 80 Stunden Spielzeit und noch kein Ende in Sicht, allerdings bin ich auch ein notorischer “Alle Sidequests spielen” Spieler).

    Und jetzt natürlich das neue Castlevania: Order of Ecclesia. Soll gut sein.

  12.  
    25. November 2008 | 20:49
     

    “eine jahreshauptversammlung staubmäuse”?

    toll. muss ich mir merken, um es bei gelegenheit als eigene formulierung auszugeben.

  13.  
    26. November 2008 | 23:33
     

    Na, vom Herrn Kaliban lass ich mich gern beklauen.

  14.  
    28. November 2008 | 09:48
     

    Übrigens ist Ketsui fürs DS raus. Kreisch! Review demnächst auf diesem Sender.

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