“…heute sind es Wohndesign-Kataloge.” Hossa, ein “Fight Club“-Zitat zum Einstieg. Das hat´s hier ja noch nie gegeben. Und es gibt sogar einen klitzekleinen Bezug zum Thema, auch wenn ich den jetzt mit dem Brecheisen herstellen muss. Ausserdem habe ich euch Nerds mit dem P-Wort neugierig gemacht, gebt´s doch zu!
Es geht also erstmal um veränderte Gewohnheiten, um einen Schwenk vom gesellschaftlich Suspekten zu etwas Normalen, wenn man so will. Das betrifft Einerseits mich und gewisse veränderte Lesegewohnheiten. Naja, jetzt habe ich mich mitten in die Bredouille gequatscht und das wird mir bei dem Titel eh niemand mehr glauben: nein, ich hatte kein Praline-Abo. Aber wenn ich heute vor einem Zeitschriftenregal stehe und den Blick über die Auslage schweifen lasse, dann erregen Magazine meine Aufmerksamkeit, die das vor ein paar Monaten niemals nicht getan hätten. Aus gegebenem Anlass – welcher gerade friedlich und schnullernderweise im Bettchen liegt – landet ab und zu mal die “Eltern” im Einkaufskorb. Da blättert man dann so durch und erwartet eine ganze Menge – nur keine Werbung für Videospiele. Vor allem keine Doppelseitige. Nach dem ersten Schock schaut man genau hin, dieses appleweisse Plastikdingen kennt man doch… Moment, das ist ja von Nintendo!
Das diese Firma neue Spielerschichten ansprechen will, ist ja ein alter Hut. Trotzdem bin ich dann immer wieder sehr erstaunt, an eher ungewohnten Stellen über Anzeichen dieser Aktivitäten zu stolpern. Jetzt blickt mich also aus einer “Eltern”-Ausgabe zum Jahresende eine auf Adventskalender getrimmte Nintendo-Anzeige an, welche diverse Artikel von “Mathematik-Training” bis “Wii Fit” anpreist. Und das in einer Ausgabe mit dem Titelthema “Wie sie ihr Baby richtig fördern”. Das ist natürlich reiner Zufall, auf den Zusammenhang spielen die Japaner garantiert nicht an. Wer schenkt seinem Säugling schon einen Handheld zu Weihnachten? Aber die Überraschung bleibt, gerade auch weil man doch Big N früher eher vorgeworfen hat, ihre Produkte mangels ordentlichem Marketing im Stich zu lassen. Der Gamecube lässt grüssen. An TV-Werbung hat man sich ja schon beinahe gewöhnt, aber Spielewerbung ausserhalb von einschlägigen Magazinen fasziniert mich jetzt doch. Das wäre also die andere Seite der Medaille bei meiner kleinen Anspielung mit dem Filmzitat: der Tag, an dem eine Postille für Erziehungsberechtigte zum ersten Mal Videospielewerbung akzeptiert hat, muss doch ein guter Tag gewesen sein – ohne jetzt zum x-ten Male in die hardcore vs casual gamer – Diskussionsfalle tappen zu wollen. Um Tyler Durden`s Spruch dahingehend ein wenig anzupassen: “Früher waren wir übergewichtige Amokläufer – heute fördert Doktor Kawasaki unseren Nachwuchs.”
Und ein paar Seiten weiter lauert dann die nächste Überraschung: die Buhmänner der Elitezocker formerly known as Electronic Arts schalten Werbung für “Fifa 09″ und “Littlest Pet Shop”. Meine Güte – die Weihnachtszeit ist wirklich eine magische Zeit…
[mygal=eltern]

Jepp, zugeb
Jetzt richtet sich die Werbung also auch schon an uns frische Eltern, die an das Medium Videospiele herangeführt werden sollen. Die vergessen dabei, dass wir schon seit Jahren am zocken sind.
@blumentopferde
zustimm
Ich warte auch immer noch auf die “Eltern” Ausgabe in der die zehn besten Einschlaftipps fürs Kind drinne stehen, damit “junge” Eltern schneller wieder vor den PC können um Word of Warcraft zu spielen.
Oha! Glückwunsch zum Nachwuchs!
)
Jo, danke. Ist allerdings schon ein paar Monate her. Deswegen hab ich ja jetzt auch wieder Zeit für Zeitschriften.
Ach und von wegen Einschlafen, siehe Kaliban.