…by destroing the head or removing the brain

Donnerstag 27 November 2008

Ja, was glaubt ihr denn? Natürlich habe ich mir die “Left 4 Dead”-Demo angeschaut. Zombies…

“Don’t say that!” – “What?” – “The zed-word. Don’t say it!” – “Why not?” – “Because it’s ridiculous!”

…ich meine natürlich Infizierte und Shotguns eingebettet in ein schön grimmiges Apokalypsen-Setting. Was will ich denn mehr? Ich bin auch nicht so dogmatisch, dass ich mich nicht mit rennenden Z-Wörtern abfinden könnte, wenn es denn gut gemacht ist. Und “gut gemacht” im Rahmen eines Zombie-Films ist für mich eine ziemlich leicht zu erfüllende Grundanforderung. Meine Güte, ich konnte ja sogar “28 Weeks later” gute Seiten abgewinnen. Eine Tatsache, für die ich von meinen Freunden immer noch schief angeschaut werde. Ich hatte es nie erwähnt, aber auf “Left 4 Dead” hatte ich schon längere Zeit ein verrottetes Auge geworfen. Dafür wurde sogar der Steam-Account auf meinem PC reanimiert. Trotzdem war die Vorfreude getrübt durch einen Stachel des Zweifels in meinem Nacken, dessen Anwesenheit sich schlußendlich als gerechtfertigt herausstellen sollte.

Aber erstmal ließ ich meinen Rechenknecht fröhlich die DRM-geschützten Inhalte herunterladen und freute mich der Dinge, die da kommen sollten. Und zu Beginn war`s auch schön. Nach einem feinen Introvideo, der Auswahl von Spielmodus (erstmal Singleplayer zum Beschnuppern), einer Spielfigur (natürlich wählte ich sofort Louis, in Erinnerung an Ken Foree`s berühmteste Rolle) und einem schön altmodischen Filmplakat fand ich mich auf dem Dach eines mehrstöckigen Großstadt-Wohnhauses in Gesellschaft meiner KI-Kameraden wieder. Ein vorbefliegender Helikopter verkündete Obdach und Rettung in jenem Krankenhaus, das nur ein paar Blocks entfernt zu sehen war. Direkt vor meiner Nase breitete sich ein herrliches Büffet aus den üblichen Standardwaffen samt dicker Munitionsbatzen aus. Super, ich war nicht angewiesen auf die Almosen, die meine Mitstreiter mir übrig liessen, sondern jeder konnte sich den Schießprügel krallen, nach dem ihm der Sinn stand. Und wenn ich angesichts einer Untoten-Epidemie in den engen Gassen einer Stadt mit der Wahl zwischen einer Schrotflinte und einer Uzi konfrontiert werde – dann fällt mir die Wahl leicht. Ich sag nur “klack-klack”. Höhö.

Kurz noch mit der Steuerung vertraut gemacht. Hm, okay den Silikon-Kumpels kann ich also keine Befehle geben, das ist nur konsequent. Die Flinte durchladend wandte ich mich nun der Tür zu, die mich auf meinem Weg vom Dach nach unten durch die Wohnräume, auf die Straßen, quer durch in den Block runter in die Untergrundbahn brachte. Unterwegs musste ich Blei verteilen, als ob es kein Morgen gäbe. Gegnermassen stürmten in einer Dichte auf mich ein, dass ich mich kurz fragte, ob ich mich vielleicht in “Galaxy Wars – The Zombie Edition” verirrt hatte. Verdammich, war das hektisch. Nach dem ich die beiden Demo-Level überstanden hatte, runzelte ich die Stirn. Ich fühlte mich irgendwie so leer. War das jetzt der Shooter, den ich erwartet hatte? Der Schwierigkeitsgrad war ziemlich läppisch. Dann also durchatmen, neu starten und mal schauen, was die Software so auf “Expert” zu bieten hat. Kurze Zeit später saß ich ächzend vor meinem Computer. Ach du gammlige wandelnde Leiche, so hart muss die Zombiekalypse auch in der Realität… äh. Ihr wisst schon. Aber mein Gefühl gegenüber “Left 4 Dead” war immer noch, naja, ambivalent. Auf der Haben-Seite schlug eine unglaublich dichte Atmosphäre der Bedrohung zu Buche, als ob Milliarden Stimmen aufschreien und plötzlich verstummen. Andererseits spürte ich den eingangs erwähnten Stachel umso deutlicher. Das, was hier den Weg auf meine Festplatte gefunden hatte, war ein Multiplayer-Titel. Auch noch einer von denen, deren fundamentale Designprinzipien Kooperation und Teamplay waren. Also nichts mit mal eben online `ne Runde ballern und dann in die Heia. Hier muss man sich mit wildfremden Nerds abstimmen und womöglich Zocktermine vereinbaren, um seine Freizeit überhaupt erst sinnvoll verbrennen zu können. Der Singleplayer-Modus existierte nur, weil man eh schon Bots programmieren musste. Und wenns dann halt drei Bots sind, spielt der Mensch alleine.

Jetzt ist der Multiplayerquatsch für mich in erster Linie genau das… Quatsch. Und bevor wieder alle mit Fackeln und Forken vor meiner Haustür stehen: das liegt hauptsächlich an mir, denn ich bin für diesen Teamplaykram einfach nicht zeitlich flexibel genug. Oder was würdet ihr sagen, wenn ich mitten in unserer Spielrunde aufstehe mit faulen Begründungen wie “wartet, das Kind ist wach geworden, ich muss es wieder in den Schlaf wiegen” oder “äh, ich müsste mal für kleine Zombie Survival-Spezialisten” oder auch “tja Jungs, es ist schon wieder 9 Uhr morgens und im Gegensatz zu euch muss ich jetzt zur Arbeit” während euch eine Meute Kannibalen bereits das Wadenfleisch wegknabbert?

Seht ihr. Ist also gar nix für mich, dieses “Left 4 Dead”. Mist, denn ich habe den Eindruck, ich verpasse hier einen ziemlichen Burner. Muss ich mich also weiterhin mit dem Zombie-Spiel für die 360 trösten.


Gespeichert in: 360, PC

4 Kommentare for '…by destroing the head or removing the brain'

  1.  
    laszlo2
    28. November 2008 | 15:12
     

    left4dead ist counterstrike mit einer großen masse von bots, zombie-thema, verbesserter ai, upgegradeter grafik und paar netten effekten. ich weiß, dass sagt jeder, der mit dem spiel nichts anfangen kann, aber ich sag es, obwohl ich left4dead sehr mag. das spiel ist perfekt für eine LAN oder für Onlinespiele mit freunden. Für zwischendurch ist es wirklich nichts, der singleplayer teil ist sowieso nur ein placeholder.
    nachdem man dann alle kampagnen einmal auf expert durchgespielt hat mit freunden (leider ging es schneller als erwartet), bleibt auch nicht mehr wirklich vom spiel übrig. Außer der Versus-mode. Noch nicht genug zeit gehabt, umd eine wirkliche meinung dazu zu haben.

    Irgendwelche Meinungen zum Versus Mode?

  2.  
    Ivor Bigbotty
    2. Dezember 2008 | 11:51
     

    Ich mag L4D auch im Singleplayer. Die Bots sind ja ganz okay und bei der Zombie-KI,… naja, da gibts quasi nur “Wegfindung zum Spieler”, das wars. Wenn die versprochenen Zusatzkarten kommen, sollte es auch genug content geben. Außerdem ist es das perfekte Spiel für schnell mal zwischendurch.

  3.  
    2. Dezember 2008 | 21:56
     

    “Außerdem ist es das perfekte Spiel für schnell mal zwischendurch.”

    Genau das ist der Grund, aus dem ich
    a) mir das Spiel trotz des Wissens, dass es ein Mulitplayer-Ding ist, überhaupt angeguckt habe
    b) das Spiel immer noch in meinem Hinterkopf rumschwirrt. Aber als “Moorhuhn”-Variante um mal zu ballern, ist mir das (jetzt, heute, noch) zu teuer.

  4.  
    Ivor Bigbotty
    3. Dezember 2008 | 12:04
     

    Naja, mehr als ein “Moorhuhn” ist es dann doch. Mit dem Spiel für zwischendurch meinte ich eigentlich, dass ich es schnell starten kann und mir direkt das “Movie” und den Abschnitt raussuchen kann, auf den ich gerade Lust habe. Ich muss mich nicht lange reinfinden (auch nach längerer Pause), mich nicht an die Story erinnern, oder was ich als letztes gemacht habe.
    Damit mein ich aber nicht, dass man nicht trotzdem eine längere Zeit damit verbringen kann.
    Multiplayer werde ich wohl auch nur mit Bekannten und Freunden spielen, da ich auf “random nerds” keine Lust habe.

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