Fallout, ein Tagebuch – Teil 1

Donnerstag 12 März 2009

Bei meinem letzten Tagebucheintrag merkt man deutlich, dass ich unter dem Einfluß schockierender Ereignisse stand. Und zuviel Vodka, den ich aus dem Bunker habe mitgehen lassen. Nachdem ich den Text verfasste hatte, blieb ich für einige Zeit sitzen, haderte mit meinem Schicksal und beschloss dann, dass ich – statt mich in den Tod zu saufen – mich genauso in die Überreste des Örtchens, dass ich beschrieben habe, begeben konnte.

Das habe ich natürlich sofort bereut. Gerade, als ich die ehemalige Ortsgrenze (und ein Vorkriegsschild mit der Aufschrift “Springvale”) passiert hatte, sah ich am anderen Ende der Hauptstrasse ein rundes, fliegendes Etwas aus Metall. Ich bin sofort in einer der Ruinen auf der linken Seite in Deckung gegangen. Das Ding hatte mich glücklicherweise nicht bemerkt, also konnte ich vorsichtig näher kriechen. Dabei konnte ich hören, dass es den Radiosender dieses Möchtegern-Präsidenten übertrug. Hat der Blechkiste in meinen Augen nicht besonders viele Sympathiepunkte gebracht und meine Entscheidung war damit klar: Angriff ist die beste Verteidigung.

Heute frage ich mich, ob mein Vater bei seinem Geschenk zu meinem 16. Geburtstag einen tieferen Sinn verfolgte als nur den, mir eine Freude zu machen. Fest steht jedenfalls, ich profitiere davon. Er hat mir ein Luftgewehr überreicht. Ich habe viele Stunden meines Lebens in den Technikräumen des Bunkers damit verbracht, auf Pappscheiben und die ein oder andere Kakerlake zu schiessen. Intensive Trainingseinheiten, ohne die ich in meiner jetzigen Situation in ziemlichen Schwierigkeiten stecken würde.

Der Roboter patrouillierte die Strasse auf und ab, also suchte ich mir eine gute Schußposition unter dem Rest eines Fensters in einem halbzerstörten Haus. Dort wartete ich ab und lud die 10mm-Pistole, die mir kurz vor meiner Flucht von Amata gegeben wurde. Die Begegnung erscheint mir heute wie aus einer anderen Zeit in einer ganz anderen Welt, obwohl sie erst vor kurzer Zeit stattgefunden hat. Ich lauschte dem Radiogebrabbel und tauchte hinter meiner Deckung auf. Eine fließende Bewegung, Kimme, Korn, Feuer. Feuer. Feuer. Der Bot explodierte, seine Metallspliter wurden umhergeschleudert und so musste ich dann auch gleich für meinen ersten taktischen Fehler bezahlen. Ich befand mich zu nah am Gegner und die durch die Explosion erzeugten Schrapnelle haben leichte Verletzungen verursacht. Ich habe noch ziemliches Schwein gehabt, weil ich wie erwähnt aus einer halbwegs soliden Deckung heraus agiert hatte. Beim nächsten Mal werde ich besser aufpassen. Nun hocke ich neben den Überresten und schreibe diese Zeilen. Das Ding war ohnehin harmlos. Wie die qualmenden Überreste zeigen, bestand es aus einer großen Kamera, noch größeren Lautsprechern (für das erwähnte Radio) und einer sehr winzigen Laserkanone. Auf einem Blechfetzen ist noch eine Plakete befestigt. “Eyebot” steht darauf.

Das hat sich mal überhaupt nicht gelohnt.


Gespeichert in: Vier Fäuste

2 Kommentare for 'Fallout, ein Tagebuch – Teil 1'

  1.  
    13. März 2009 | 09:20
     

    Fallout 3 müsste ich auch mal wieder spielen. Irgendwie blockiert Street Fighter alles ;)

  2.  
    13. März 2009 | 15:11
     

    Muss Fallout glaub ich , doch mal spielen.

Schreibe einen Kommentar

(erforderlich)

(erforderlich)


Hinweise zu den Kommentaren
Zeilen und Absätze werden automatisch umgebrochen. Die E-Mail Adresse wird nicht angezeigt.

Um den Kommentar zu formatieren bitte die Funktionsbuttons benutzen.


RSS Feed zu diesem Beitrag | TrackBack URI