Wo wir uns doch gerade erst letztens so darüber echauffiert haben, dass es schon länger keine vernünftigen Spiele für den DS gegeben hat, so möchten wir an dieser Stelle auf 3 Titel hinweisen, die man sich anschauen könnte, als Genreliebhaber sogar anschauen sollte bis müsste. Öhm, bis auf einen vielleicht.
Ketsui Death Label
Ein Bullet Hell von Cave ist ja ansich nichts Besonderes. Aber für den DS? Super. Als ich die News von der Portierung gelesen hatte, hab ich mich fast nass gemacht. Und als dann erst das fertige Spiel releast wurde, da habe ich mich … naja. Sagen wir, ich war durchaus nicht abgeneigt und habe es mir natürlich sofort zugelegt (gibt es übrigens afaik nur in Japan, also bei Interesse importieren*).
Ketsui ist ein typischer Vertreter seines Genres, es wird geballert was das Zeug hält. Natürlich hauptsächlich auf Seiten der Gegner. Aber auch man selber ist nicht ganz wehrlos. Die eigenen Jäger rotzen einiges an Kugeln raus und erfüllen die standardisierten Shmup Regel – die da wären: wer einen schön gestreuten Schuss hat, der fliegt gefälligst langsamer und andersrum.
• AH-Y72 Tiger Schwert: Fires in wide formation, slow movement, fast lock-on
• FH-X4 Panzer Jager: Fires in straight formation, fast movement, slow lock-on
Man beachte übrigens die Namen – keine Ahnung, warum die deutsch sind. Vielleicht klingen die auf japanisch besonders böse? Wobei das ja kontraproduktiv wäre, da es ja quasi sein eigener Avatar ist, der so heisst. Vielleicht hat das deutsche “Kriegsvokabular” aufgrund unserer unrühmlichen Vergangenheit bei den Japanern eine gewisse martialische Konnotation? Hm, müsste man mal erruieren. Aber ich verzettele mich; worauf ich eigentlich hinaus wollte, als ich angefangen habe diesen Absatz zu schreiben, ist, dass trotz der angesprochenen Geschossflut das Ganze geschmeidig und ruckelfrei über die Doppelbildschirme flimmert.
Die Spieler (auch Genreneulinge) werden auf einem einfachen Level abgeholt und in immer schwerer werdenden Missionen aufbaut. Wobei es mir vorkommt, als würde der Schwierigkeitsgrad nicht linear, sondern exponentiell steigen. Leider verlässt mich nach relativ kurzer Zeit die Motivation, daher ist für mich bei “very hard” Schluss. Ich bin mir aber sicher, dass dies durchaus machbar ist. Wenn man bereit ist, zu beißen.
Robocalypse
Wie es diese Perle des RTS Genres geschafft hat, sich so lange meiner Aufmerksamkeit zu entziehen ist leicht gesagt: ich mag das Genre nicht so gerne und beobachte deswegen auch den Markt nicht gerade aufmerksam. Wenn aber ein Titel dabei ist, der sich selber nicht ganz ernst nimmt und man auch keine 400 Aktionen pro Minute durchführen muss, um erfolgreich zu sein, dann hat er sich einen zweiten Blick verdient.
Ein Geek, wie er im Buche steht, hat die Kontrolle über eine Roboterarmee und muss damit das Böse in die Schranken weisen. Hierzu muss er genretypisch Ressourcen sammeln, hieraus Gebäude bauen und dann mittels der Produktionscenter für die einzelnen Einheitentypen die treuen Gefolgsleute fertigen. Soweit nichts neues, garniert ist es aber wie bereits kurz erwähnt mit einem netten Sahnehäubchen Humor. Zudem gestaltet sich das Ganze durchaus fordernd, mit seinen verschiedenen Helden und deren Fähigkeiten erinnert es an ein abgespecktes Warcraft. Wobei abgespeckt nicht negativ ausgelegt werden sollte, auf dem DS geht es einfach nicht anders. Einziges wirkliches Manko ist die Spielzeit. Die ist mit leider deutlich zu kurz geraten.
Big Bang Mini
Und noch ein 2D-Shooter. Allerdings diesmal kein Bullet Hell. Eher ein neues Genre namens “Fireworks Madness”. Der Anfang ist mehr als unterfordernd aber an sich ein nettes Spielprinzip. Weswegen ich in der Hoffnung, dass es irgendwann mal fordernd wird, weitergespielt habe. Inzwischen bin ich im dritten Level und es macht keinen Spaß mehr. Immer noch nicht viel schwieriger. Die Steuerung ist aber auch relativ unpräzise und so kann es gar nicht viel fordernder werden, ohne ins unfaire, frustrierende abzugleiten. Eine nette Idee, die allerdings nicht zuende gedacht wirkt. Mir reicht es auf jedenfall an dieser Stelle.
Und wem das alles nicht zusagen sollte, der schnappt sich Chrono Trigger. Zu diesem Titel werde ich allerdings nichts detailliertes schreiben. Menschen, denen dieser Name nichts sagt, sind Kulturbanausen. Und damit nicht Zielgruppe dieses Blogs.
* An dieser Stelle eine böse Rüge an Nintendo, dass sie den DSi (zumindest stellenweise) nicht regionfree gehalten haben. Pfui Teufel!

Danke für die Warnung bezüglich “Big Bang Mini”. Dann war also mein eher negativer Eindruck von der Demo nicht ganz unberechtigt. Schade eigentlich, da die Idee dahinter irgendwie interessant klingt.
Über Softwareversorgung für den DS kann ich zumindest für meinen Teil nicht klagen. Erst kürzlich habe ich mich in “Etrian Odyssey” richtig festbeißen können (nachdem ich Ebene 3 endlich überlisten konnte), darüber hinaus beschäftige ich mich gerade mit “Rune Factory” (dem wohl besten “Harvest Moon”-Ableger seit langem, inklusive fehlerreicher deutscher Übersetzung), mit “Final Fantasy XII: Revenant Wings” versuche ich mich am RTS-Genre (welches eigentlich überhaupt nicht mein Fall ist, aber “Revenant Wings” macht mir doch irgendwie Spaß) und habe erst kürzlich “Monster Lab” für 5 Euro aufgegabelt.
Und by the way: Was is’n bitteschön “Chrono Trigger”? Irgendein seltsames Ei aus einer anderen Zeit?
Ups, der hing noch im Spamfilter. Sorry, Alanar!