Gestern war ein tragischer Tag für alle Computerspielarchäologen. Take-Two hat 3D Realms den Geldhahn abgedreht, das Studio wurde geschlossen, die Mitarbeiter entlassen und die Entwicklung von “Duke Nukem Forever” wurde offiziell eingestellt. Somit verwandelt sich der jahrelange Schwebezustand eines sich bestenfalls in Winzscreenshots manifestierenden Running Gag in konkrete, harte Fakten. Ein Mythos ist entzaubert. Millionen Computerzocker lachen sich jetzt entweder ins Fäustchen oder verdrücken kurz ein Tränchen über den plötzlich Tod des Duke.
Und insgeheim sind alle furchtbar neidisch auf diesen unglaublich dreisten Haufen Entwickler, der sich seit 1997 hat durchfüttern lassen, ohne dafür eine Gegenleistung zu liefern. Unter diesen Umständen macht man sich natürlich gerne zum Gespött der Branche. Und es musste erst eine schwere Wirtschaftskrise daherkommen, damit Take-Two auf die Idee kommt, den Laden dicht zu machen. Haben die da niemanden, der mal auf die Projekte guckt und nötigenfalls rechtzeitig auf den Tisch haut? Die haben wohl zuviel an der “Grand Theft Auto”-Serie verdient.
Ruhe in Frieden, Duke. Bis sich jemand die Lizenz unter den Nagel reisst.
UPDATE:
Soviel Zeit muss sein: die umfangreiche Meldung auf Gamestar.de besagt, dass der Publisher keinen Groschen für die Entwicklung hat springen lassen. Insofern ist meine Formulierung “Take-Two hat den Geldhahn zugedreht” schlicht falsch. Das bedeutet also, 3D Realms hat das Projekt durch die Tätigkeit als Publisher (“Max Payne”, diverse “Duke Nukem”-Ableger, “Prey”) finanziert.

Deine Überschrift ist das Beste was ich dazu gelesen habe.
Einfach klasse