Ich schreibe diese Zeilen in meinem neuen Haus in Megaton, dessen Schlüssel mir Sheriff Simms als Belohnung übergeben hat. Ich bin jetzt wohl so eine Art Ehrenbürger. Und ich fühle mich jetzt wesentlich wohler in diesem Haufen Altmetall in Form einer Stadt, weil ich diese schwelende Weltuntergangslunte da unten im Krater entschärft habe.
Ja, ich habe die Atombombe entschärft. War im Endeffekt keine schwere Entscheidung. Megaton scheint mir eine Ortschaft mit – naja -zumindest nicht verabscheuungswürdigen Individuen zu ein und ausserdem brauche ich ja ein Versorgungszentrum, auf das ich mich verlassen kann. Jetzt habe ich sogar noch ein Dach über dem Kopf. Wahnsinn.
Schade, dass Burke – dieser zwielichtige Typ mit dem zweifelhaften, aber sicher lukrativen Auftrag, die Bombe detonieren zu lassen – das nicht mehr erleben kann. Nachdem ich ihn an Sheriff Simms verpfiffen habe, sind wir zu zweit zu Moriartys Bar gezogen, um ihn zur Rede zu stellen. Dort sah ich mich gezwungen, Burkes Hirn über den Tresen zu verteilen. Er hat eine Waffe gezogen und wollte Simms töten. Glücklicherweise war ich schneller und konnte verhindern, dass der kleine Simms zum Waisen wird. Ich hatte in dieser Situation wohl mehr Glück als Verstand. Und Gott sei Dank war meine gute, alte Combat Shotgun bereit.
Das Chaos nach diesem Zwischenfall habe ich ausgenutzt. Während Moriarty unten schimpfend das Blut aufwischte, habe ich das Passwort seines Computers gehackt und mich ein wenig in seinen Dateien umgesehen.
Ich bin jetzt noch verwirrt, geschockt und traurig. Gut, dass ich alleine in meinen eigenen vier Wänden bin. Ich möchte jetzt niemanden sehen oder sprechen, bis ich mit mir selbst im Reinen und bin und wirklich erfasst habe, was ich gefunden habe. Diese neue Information in mein Tagebuch zu schreiben und sie dort unveränderlich aufzufinden, hilft mir vielleicht, das Ganze zu verarbeiten.
Moriarty kennt meinen Vater nicht erst, seitdem dieser aus Bunker 101 geflohen ist. Die beiden kennen sich seit mindestens 20 Jahren. Mein Gott, Moriarty kennt sogar MICH als kleines, schreiendes Baby!
Mein ganzes Leben ist bis zum heutigen Tag eine einzige Illusion. Eine Illusion, wegen der ich Menschen belogen, verstümmelt und getötet habe.
Mir ist schlecht. Alles dreht sich. Wohin wende ich mich jetzt? Was soll ich jetzt tun?
Ich brauche als allererstes einen Drink…

Großartig, dieses Tagebuch ist großartig. Bitte weitermachen!