Jeff Gerstmann hatte Recht!

Montag 30 August 2010

Mein derzeitiger Ansatz ans Videospielen besteht darin, mich kostengünstig durch den leicht älteren Teil des XBox 360-Katalog zu wühlen; dabei habe ich neulich die ersten beiden “Mass Effects” bezwungen. Wobei “bezwungen” ja heutzutage eher “durchgespielt” heissen müsste, aber das ist eine andere Diskussion. Direkt danach stand “Kane & Lynch” auf dem Programm. Ich hatte den Titel wegen des brandaktuellen Nachfolgers (man will ja den Kanon kennen *zwinker*) eh schon ein bißchen ins Auge gefasst und dann flatterte er mir quasi günstig gebraucht ins Haus – was für ein eleganter Zufall. Naja. Das Spiel ist natürlich nur so lang wie ein Ladebildschirm von “Mass Effect 2″ und in einem Augenzwinkern durchgespielt.

Was soll ich sagen? Der Gerstmann hatte Recht, das ist ja echt “nur” Durchschnitt. Die Covermechanik ist letzte Grütze und mein international gesuchter Supersöldner Kane trifft auf ein paar Meter Entfernung noch nichtmal ein Scheunentor. Gut, damit könnte ich noch leben – immerhin sind ein paar der Sets ziemlich hübsch gewählt für Massenschiessereien – wenn denn das Drehbuch einigermassen gescheit wäre. Ist es aber nicht – es ist Scheisse. Als ob ein paar mit Red Bull zugedröhnte Neuntklässler im Religionsunterricht flott mal ‘nen “coolen” Actionfilm mit “voll so bösen” Protagonisten zusammenschreiben. Dabei haben sie leider vergessen, ihre übernervösen Schauplatzwechsel irgendwie mit Geschichte zu unterfüttern. Der Bogen vom Gefängnisausbruch über die Konterrevolution auf Kuba bis zum Showdown auf einer mittelamerikanischen Drogenbaronhacienda ist mir deutlich zu überspannt und – ja, es ist lediglich ein Spiel, aber trotzdem – zu übertrieben. Dieses Storyvehikel mit der entführten Tochter und der erschossenen Mama/Ehefrau ist ebenso beliebig hingerotzt wie der Geldkoffer-MacGuffin aus der Bank. Alles schmutzig und kriminell, laut und böse, aber komplett ohne Herz. Das hätte Eli Roth nicht viel schlechter machen können. Und das will was heissen. Bäh, dafür verachte ich euch, IO Interactive. Das könnt ihr nur mit einem neuen “Hitman” wieder gutmachen.

Mag sein, dass der Coop-Part ganz bockig ist, aber das kommt jetzt zu spät, das Spiel ist bereits weiterverkauft. Stellt sich mir nun die Frage, wo ich mein Geld als nächstes anlege. Was sagt denn die Gemeinschaft (so sie nach unserer ewig langen Pause noch vorhanden ist) zu “Brothers in Arms: Hells Highway”, “Saboteur” oder “Bad Company”? Wie ihr seht, habe ich Lust auf männliches Geballer.

Ihr dürft mir aber auch gerne verraten, wie ich als Deutscher an “Case Zero” komme…


Gespeichert in: 360, Vier Fäuste

4 Kommentare for 'Jeff Gerstmann hatte Recht!'

  1.  
    30. August 2010 | 21:58
     

    Kauf! Saboteur! Spiel hat: Waffen, Nazis, Möpse – sogar eine böse Nazi-Dominatrix mit dem steilgeilsten Ausschnitt des BDM ist dabei. KAUF!

  2.  
    31. August 2010 | 08:08
     

    Für “Case Zero” brauchst du einen Rechner mit zwei Netzwerkkarten (oder ein Notebook), einen VPN-Zugang und etwas Geduld. Bei Gelegenheit suche ich dir mal das Tutorial raus mit ich mir damals Spiele wie Duke Nukem 3D & co. organisiert habe.

  3.  
    31. August 2010 | 08:30
     

    Hah, Grobsen, siehste? Da isser wieder, der VPN Zugang. Ich sags dir: das ist eine Goldmine!

  4.  
    31. August 2010 | 19:35
     

    VPN ins nicht loggende Ausland anzubieten, scheint mir ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell. Wegen des Standortes unseres neuen Rechenzentrums: wo geht nochmal Wikileaks hin?

    Ach und btw: “Saboteur” hat gewonnen. Übrigens Gebrauchtkauf. Nimm das, Industrie!

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